Wohin geht das Licht, wenn man abends die Lampen ausknippst?
Diesen Witz finden nur ganz wenige meiner Freunde lustig. Es sind die jenigen, die sich über Physik gedanken machen und die in der Schule Mathematik als Lieblingsfach hatten. Und vor allem diejenigen, die bei der Frage überlegen, ob sie zur Lösung das Phänomen “Licht” als Energiewelle oder als Teilchen betrachten sollen. Nerds eben. Technik-Freaks.
Das Licht geht nachts in die Küche. Wer’s nicht glaubt, kann ja mal im Kühlschrank nachschauen!
Schön, dass wir das geklärt haben. Aber wo gehen Ihre Daten hin, wenn Sie Ihren PC ausknipsen? Wissen Sie, wo Ihre Daten “schlafen”? Was passiert, wenn der PC kaputt geht? Was passiert, wenn es im Serverraum brennt? Oder, wenn man nicht gleich vom schlimmsten ausgeht: Wenn es notwendig wäre, könntet Ihr auf die Datentabellen Eures Reservierungsprogrammes direkt zugreifen?
Ich kann es, und ich finde es klasse. Und genau aus diesem Grund stehe ich dem Ansatz von “Software as a Service” (oder kurz – SaaS) nicht sehr wohlgesonnen gegenüber.
Meine Daten gehören mir! Und ich habe das Recht daran herumzubasteln!
Und das geht eben nur schlecht, wenn meine Daten mitsamt der zugehörigen Software in irgendeinem Rechenzentrum liegen – worauf ich nur durch die gestylte Oberfläche des Webbrowsers Zugriff habe.
Aber nutze ich diese Freiheit wirklich? Ich könnte zwar bei meinem Wechsel der Hotelsoftware von Fidelio auf HS/3 die Reservierungsdaten aus den dBase-Dateien herausholen und in die Firebird-SQL-Datenbank hineinschieben. Obwohl selbst der HS/3-Verkäufer behauptet es geht nicht. Aber werde ich es tun? Nein. Die Buchungen, die bereits in Fidelio schlummern werden ausgedruckt werden, und dann von Hand in HS/3 eingegeben. Denn ich will nicht die Datenbank durcheinanderbringen, und noch wichtiger: Ich brauche realistische Schulungsdaten für mich und meine Mitarbeiter. Wenn wir nächste Woche einige 100 Reservierungen von Hand übertragen haben, werden wir die neue Software schon ganz ordentlich bedienen können.
Also nochmal: Was ist dieses SaaS und welchen Nutzen habe ich davon?
Software as a Service bedeutet, dass die Software nicht auf dem Firmeneigenen PC läuft. Auch nicht auf dem Firmenserver im Internet. Die Software läuft auf den Rechnern eines Dienstleisters. Ich brauche mich nicht um Installation, Wartung oder Backups kümmern – das macht der Anbieter. (Korrektur: Wichtige Daten haben immer ein Backup – also muss ich mich auch bei SaaS darum kümmern!)
Viele haben bereits Erfahrungen mit SaaS, ohne es zu wissen: Der Mail-Account bei Web.de oder Google ist ein Mailprogramm als SaaS. Flickr & Youtube sind SaaS für Bild- und Videoverwaltung. Der gesamte Google-Werkzeugkasten ist SaaS – vom Kalender bis hin zum Officepaket. Dropbox und Evernote dienen als Datenspeicher im Netz.
Und jedem dieser Anbieter traue ich eigentlich mehr Professionalität im Umgang mit meinen Daten zu, als dass ich es in meinem eigenen Haus gewärleisten könnte. Und trotzdem bin ich noch nicht so weit, dass ich meine Reservierungsdaten “auswärts schlafen lassen” möchte. Andere Daten lagere ich ganz selbstverständlich im Internet – über verschiedene Dienstleister verteilt.
Auf jeden Fall ausprobieren: Reservierungsprogramm als Web-Anwendung
Und eben weil es für viele Hoteliers eben nicht wichtig ist, wo Ihre Daten schlafen – eben weil Reservierungsdaten auf professionell verwalteten Servern deutlich besser liegen als in einem kleinen Hotel – eben weil wir uns im Alltag um Gästen und nicht um Server kümmern wollen: Genau deshalb ist die Möglichkeit ein Reservierungssystem als Web-Anwendung zu nutzen für viele kleine Hotel sehr interessant. Und deshhalb werden wir uns auch hier auf Zimmerbuch.de in den nächsten Artikeln damit beschäftigen.